Ausgabe Nr. 40
(kostenlose Sonderausgabe)
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25 Jahre Schachclub Jünkerath
Inhaltsverzeichnis:
Anmerkungen zu dieser Ausgabe Seite 2
Was ist Schach Seite 2
Warum ... Seite 4
Informationen zum Schachclub Jünkerath Seite 4
Gedenken an Klaus Falk Seite 5
Preisrätsel Seite 5
Glosse: "´Korbjägers Feldversuche" oder "Mein Kampf mit dem Computer Seite 5
Kostenloser Service für alle Redaktiosteams Seite 6
Neue DWZ-Zahlen Seite 7
Saison 1997/98 Seite 7
Vereinsturnier Kurzpartienmeister 1997 Seite 8
"Schach und Philosophie" von Sascha Regnery Seite 8
Rechtstip: Jugendliche auf einem auswärtigen Turnier Seite 11
Diverses Seite 12
Anmerkungen
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung wird mit dieser Ausgabe anläßlich des 25jährigen Bestehens ein besonderer Schwerpunkt gesetzt: dabei steht nicht die Information der Mitglieder über Termine, Verlauf der internen und externen Meisterschaften, Partien der Spieler usw. im Vordergrund, sondern die Information über Schach, Schachsport und den Schachclub Jünkerath im allgemeinen.
Dies kann natürlich nur erfolgreich sein, wenn diese Zeitung auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Wir hoffen deshalb auf die Mithilfe unserer aktiven und fördernden Mitglieder, diese Zeitung an geeigneter Stelle (Wartezimmer, Kantine, Gaststätten und Cafés usw.) auszulegen.
Was ist Schach?
Zuerst ein Blick ins Lexikon: "Schachspiel (persisch Königsspiel), eins der ältesten Brettspiele, wird von 2 Personen auf dem Schach- oder Damebrett (mit 8 x 8 Feldern) gespielt. Jeder Spieler hat 8 Offiziere und 8 Bauern; Offiziere sind: König, Dame, zwei Läufer, zwei Springer, zwei Türme. Die Figuren haben jede eine vorgeschriebene Gangart. Wer den gegnerischen König matt setzt, ist Sieger. ... Die älteste ausführliche Schilderung des Spiels gibt der persische Dichter Firdausi (+1020) in seinem "Königsbuch". Von den Persern kam das Spiel zu den Arabern, die es auf Sizilien und in Spanien einführten (9. Jhdt.). Das Schachspiel breitete sich weiter über Süd- und Mitteleuropa aus und gelangte im 12. Jhdt. nach England."
Nach dieser Einleitung ein Kurzlehrgang in Sachen Schach:
Jeder Spieler hat zu Beginn 16 Figuren: 8 Bauern, 1 König,
1 Dame, je 2 Springer, Läufer und Türme.
Ziel des gesamten Spieles ist es nun, den gegnerischen König so
anzugreifen, daß er sich nicht mehr verteidigen kann. In diesem
Fall ist er "mattgesetzt", der mattsetzende Spieler hat die Partie
gewonnen. Ein Angriff des Königs kann grundsätzlich durch
drei verschiedene Arten abgewehrt werden:
1.) der König zieht aus dem Angriff weg (er flüchtet),
2.) die angreifende Figur wird geschlagen (evtl. sogar vom König selbst) oder
3.) eine eigene Figur schiebt sich (als Leibwächter) zwischen Angreifer und König
Die Figuren unterscheiden sich nicht nur in der Form, sondern in den Möglichkeiten wie sie ziehen. Dabei helfen uns "Eselsbrücken", dies relativ schnell und leicht zu merken:
¢ König: Der König ist schon etwas älter und geht (ein König läuft
nicht!) würdevollen Schrittes jeweils 1 Feld in horizontaler,
vertikaler oder diagonaler Richtung, natürlich nur, wenn er
dort nicht angegriffen ist. Der König ist die wichtigste Figur.
£ Dame: Die Dame ist (wie so oft im Leben) die stärkste Figur. Sie
darf sich in allen Richtungen horizontal, vertikal und diagonal
bewegen.
¤ Springer: Wie der Name schon sagt, ist der Springer die einzige Figur,
die eigene und feindliche Figuren überspringen darf. Ist sein
Ausgangsfeld z. B. weiß, so springt er auf das übernächste
schwarze Feld bzw. umgekehrt.
¥ Läufer: Wie im Leben, läuft der Läufer querfeldein und schräg durch
die Gegend, d.h. er bewegt sich nur auf den diagonalen Linien.
Dies bedeutet zugleich, daß der Läufer nie die Farbe seines
Standfeldes wechseln kann.
¦ Turm: Der Turm als geradliniges Bauwerk zieht auch nur gerade
horizontal und vertikal.
§ Bauer: Der Bauer als der "Soldat" des Schachspiels kennt von je
her nur eine Richtung: vorwärts! Am Anfang ist er noch
ausgeruht und kann so bei seinem ersten Zug direkt zwei
Felder vorrücken (wenn er will), danach immer nur eins.
Erreicht er trotz allem Schlachtgetümmel die erste Reihe
des Gegners, so wird er befördert in eine Dame, Springer,
Läufer oder Turm. Nur König, das kann er natürlich nicht
werden. Der Bauer ist die einzige Figur, die anders schlägt
als zieht. Schlagen kann der Bauer nur gegnerische Figuren,
die rechts oder links schräg vor ihm stehen.
Allgemein:
Alle Figuren dürfen nur freie Felder betreten oder Felder, die von gegnerischen Figuren besetzt sind, diese werden dabei "geschlagen" und vom Brett entfernt. Mit Ausnahme des Springers dürfen besetzte Felder nicht übersprungen werden.
Wie o. e., ist es Ziel, den feindlichen König mattzusetzen. Dies geschieht meist erst im "Endspiel", nachdem man vorher durch geschicktes Spiel dem Gegner soviel Material- (Figuren-)verluste zugefügt hat, daß er keine ausreichenden Verteidigungsmöglichkeiten mehr hat. Aber auch geschickte Aufstellung der Figuren kann dazu führen, daß der Gegner seine Figuren nicht mehr einsetzen kann.
Einige Mattstellungen seien hier aufgezeichnet. Allen gemeinsam ist es, daß der König angegriffen ist, also im Schach steht, dem er sich nicht entziehen kann.
Informationen zum Schachclub Jünkerath
Der Schachclub Jünkerath wurde am 1.2.1972 im Gasthaus Michaelis in Jünkerath gegründet und am 2.101972 in damals noch bestehenden Schachverband Mittelrhein aufgenommen. Gleichzeitig nahm die Mannschaft an den Verbandsspielen teil und startete mit einem 4 : 0 Sieg gegen Schönecken.
Von 1973 bis 1976 starteten die 3 Vereinsmannschaften unter der Bezeichnung Demag Jünkerath. 1976 kam es zu einer Fusion mit dem Schachclub "Gambit Daun". Durch die personelle Aufstockung konnten 4 Mannschaften gemeldet werden (Landesliga, Bezirksliga, Bezirksklasse und Kreisklasse). 1981 gelang der Aufstieg in die 1. Rheinlandliga.
Leider kam es in der Folgezeit zu Mitgliederverlusten durch Wegzug oder Gründung neuer Nachbarvereine, so daß die Anzahl der Mannschaften nicht gehalten werden konnte.
Heute spielen wir mit je einer Mannschaft in der A-Klasse und der C-Kreisklasse. Aber der Spielbetrieb besteht nicht nur aus Kämpfen in den Verbandsklassen, sondern auch aus vereinsinternen Meisterschaften (Vereinsturnier, Kurzpartienturnier, Blitzmeisterschaften.
Auch der Freund des "königlichen Spiels", der einfach nur aus Freude am Schach einige Partien spielen will, findet hier seine Möglichkeiten.
Daß Geselligkeit und Kameradschaft nicht fehlen dürfen, ist sicher eine der Stärken des Schachclubs Jünkerath. Hier gilt die Devise: Lieber in einer niedrigeren Klasse spielen mit einer intakten Mannschaft spielen als nur den Weg nach oben zu suchen und dabei das Vereinsleben zu vergessen.
***
Leider hat der SC Jünkerath jedoch auch Probleme zu verzeichnen, wie sie wohl heute für viele Vereine an der Tagesordnung sind. Jugendliche sind nur sehr schwer zu motivieren und den geeigneten Schachspielern fehlt häufig die Zeit, hier entsprechende Angebote aufrecht zu erhalten.
Erwachsene Schachspieler haben oft eine hohe Hemmschwelle zu überwinden, ehe sie einen Schachclub besuchen. Dabei geht es gar nicht so ernst zu.
Auch wenn der Verein den Namen Jünkerath im Namen trägt, so ist er doch ein überregional wirkender Verein, der Spieler aus der VG "Obere Kyll" und darüber hinaus umfaßt.
Wir möchten, daß unser Verein auch weiterhin aktiv und erfolgreich unsere Region im Spielbetrieb des Deutschen Schachbundes vertreten kann und auch für Einheimische und Gäste das Spielangebot aufrecht erhalten kann. Da wir in der zur Zeit in der zweithöchsten Klasse des Schachbezirks Trier spielen, sind wir auch ein Aushängeschild für die Region "Obere Kyll" in sportlicher Hinsicht.
Warum?
finden so wenig Freunde des "königlichen Spiels" den Weg zu einem Schachclub?
Ich gehe nicht zum Schachclub weil: Unsere Antwort:
die für mich zu stark spielen Bei uns finden Schachspieler aller Spielstärke ihre Gegner
ich schon in genug Vereinen bin Gäste sind auch immer herzlich willkommen, eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich
ich keine Zeit habe Man sollte sich immer etwas Zeit zum Vergnügen lassen, Schach hält das Hirn jung
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Gedenken an Klaus Falk
In den sportlichen Mittelpunkt unseres Vereinsjubiläums stellen wir ein Kurzpartienturnier, welches wir durch die Namensgebung "Klaus Falk - Gedächtnisturnier" einem unvergessenen Menschen und Schachfreund gewidmet haben. Dies soll Anlaß sein, noch einmal aus dem Nachruf (Eifel-Schach Nr. 38) zu zitieren:
Im März 1994 erreichte uns die traurige Nachricht, daß Klaus-Jochen Falk den Kampf gegen seine Krankheit verloren hat. Er starb am 3. März 1994 in Kiel.
Wir haben damit nicht nur einen guten Schachspieler und Sportler, nicht nur ein Vereinsmitglied, sondern vor allem einen Menschen und Freund verloren.
Vor allem als Mensch und Freund ist er unersetzbar!
Geboren am 10.10.1932 in Rübenau/Erzgebirge, danach wohnhaft in Norddeutschland (Neuhaus/Oste) kam er 1971 zur Berufsbildenden Schule nach Gerolstein und wurde dort Leiter der gewerblich-technischen Abteilung.
Zuerst im Schachclub Daun, kam er nach der Fusion der beiden Vereine Daun und Jünkerath 1975 zu uns.
Zeitweise als 1. Vorsitzender tätig, war er stets ein zuverlässiger und korrekter Spieler.
Als er kurz von seinem Krankenhausaufenthalt das letzte Mal zu uns in den Schachclub kam, schenkte er noch dem Schachclub Literatur und einen Schachtisch. Er begründete dies mit seinem geplanten Umzug nach Norddeutschland und Platzproblemen. Wir können jedoch sicher sein, daß er dies in Kenntnis seiner schweren Krankheit und der möglichen Folge tat.
Preisrätsel
Gegen welche Mannschaft bestritt der SC Jünkerath sein erstes Verbandsspiel und wie war das Ergebnis. Einsendungen bis 31. 1. 1998 an die Redaktion.
Die Glosse:
Korbjägers Feldversuche - oder Mein Kampf mit dem Computer
"Vor Wochenschrift leisteten sich unsere Kopfjäger im Spiel der Kreislinie A gegen den TV Babypausen zahlreiche Feldversuche."
Irgend etwas unklar? Druckfehlerteufel am Werk? Nein, der Autor dieser Zeilen hat lediglich die Rechtschreibhilfe eines Textverarbeitungsprogramms um Begutachtung des soeben eingetippten Spielberichts gebeten.
Für PC-unerfahrene Sportfreunde sei erwähnt, daß die Rechtschreibhilfe jener Teil eines Textprogramms ist, daß einen Text bei Bedarf auf Fehler untersucht. Der Rechtschreibhilfe wirft man, vereinfacht gesagt, einen Text "zum Fraß vor", und die als fehlerhaft erkannten Worte werden quasi unverdaut wieder ausgespuckt.
Da es dem Begriff nach ja eine Hilfe sein soll, wird dem Schreiberling nicht etwa durch einen schroffen Hinweis seine Dummheit bescheinigt, sondern das System unterbreitet dem Benutzer eigene Vorschläge zur Korrektur des eingegebenen Textes. Eine gute Rechtschreibhilfe ist für den Textersteller also tatsächlich eine Hilfe.
Eine weniger gute Rechtschreibhilfe, und mit einer solchen hatte es der Autor kürzlich zu tun, verfügt dagegen nur über einen begrenzten Wortschatz. Verständlich, daß der elektronische Freund bei den meisten Eigennamen passen muß, aber trotzdem einen gutgemeinten Vorschlag anbietet.
Daß ein Spieler namens "Hülsenfrucht" nicht mit von der Partie war, wollen wir gerne nachsehen. Aber muß man es sich tatsächlich gefallen lassen, daß ein Elektrohirn unseren qualifizierten "Korbjäger" zu unzivilisierten "Kopfjägern" machen will?!
Da bleibt nur eins: Die Zusammenarbeit mit dem Legastheniker sofort beenden und bis zum Vorliegen einer basketball-spezifiischen Rechtschreibhilfe beim Korrekturlesen wieder auf den eigenen Wortschatz vertrauen.
Fehlt nur noch die Auflösung des nicht von der Rechtschreibhilfe korrigierten Textes: "Vor Wochenfrist leisteten sich unsere Korbjäger im Spiel der Kreisliga A gegen den TV Babenhausen zahlreiche Fehlversuche."
Rainer Paepcke
Kostenloser Service für alle Redaktionsteams
Tauschbörse für Vereinszeitschriften und Festschriften
Sie sind Redakteur/in einer Vereinszeitung und wollen ein paar Anregungen zur Verbesserung Ihrer Vereinszeitschrift oder für die Zusammenstellung der Festschrift? Wir bieten Ihnen einen kostenlosen Service an: Die Vereinszeitschriften- und Festschriften-Börse.
Diese Börse können alle Redaktionen nutzen, die einen Austausch ihrer "Machwerke" mit anderen Redaktionen wünschen. So bekommen sie dann direkt nach Erscheinen der neuesten Ausgabe die Zeitschrift des jeweiligen Vereins unaufgefordert zugesandt. Folgende Vereine suchen Partner-Redaktionen:
Sportgemeinschaft Merenberg mit dem "SGM Sport-Spiegel", der zu den Heimspielen der Kreisliga A erscheint. Anschrift: Udo Stecker, Im Pfefferstück 57, 35799 Merenberg, Tel. 06472/69141.
Der Fußball-Club 03 Pirmasens mit seiner Zeitschrift "Aktuell", die zu jedem Heimspiel in einer Auflage von 500 Exemplaren erscheint. Redaktion: Peter Korz, Mühlstraße 43, 66981 Münchweiler.
Die SG Grenzland, SV Trulpen, für ihre vierteljährlich erscheinende Vereinszeitschrift "Hattrick-Sportreport", Auflage 600 Exemplare. Redaktion: Peter Korz, Mühlstraße 43, 66981 Münchweiler.
Ihre Festschriften bieten an:
SG Weiterstadt, Abt. Basketball, zum zehnjährigen Bestehen der 250 Mitglieder umfassenden Abteilung. Anforderung gegen Einsendung von fünf Mark in Briefmarken an: Rainer Paepcke, Sportgemeinschaft Weiterstadt, Groß-Gerauer Str. 79, 64331 Weiterstadt.
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Landessportbund Hessen in 60528 Frankfurt, Otto-Fleck-Schneise 4,
Landessportbund Rheinland-Pfalz in 55116 Mainz, Rheinalle 1 oder
Landessportbund Thüringen, Arnstädter Str. 37, 99096 Erfurt.
Wir werden dann Ihre Anschrift unter der Tauschbörse veröffentlichen.
Neue DWZ-Zahlen
DWZ bedeutet "deutsche Wertungszahl" und gibt Auskunft über die Spielstärke. Sie wird nach größeren Turnieren und nach jeder Spielsaison neu errechnet. Die Skala geht in etwa von 1000 bei Anfängern bis 2800 (Weltmeister).
Name: DWZ:
Braunecker Ute 1558
Densing Gerd 1578
Dirkschnieder Edmund 1522
Feldges Hans 1902
Häfele Torsten 1584
Hergesell Stefan 1783
Kosmala Dietrich 1660
Kumm Holger 1847
Regnery Sascha 1457
Schomers Josef 1261
Schun Chanintorn 1396
Schun Lothar 1816
Stabel Michael 1513
Teeuwen Herbert 1521
Wolgarten Helmut 1645
Saison 1997/98
A-Klasse: C-Klasse:
Jünkerath I Jünkerath II
Reil-Kinheim II Speicher III
Wittlich II Kordel II
Hermeskeil II Schönecken II
Bollendorf I Saarburg-Pallien IV
Gerolstein I Saarburg-Pallien V
Trittenheim I Speicher IV
Speicher I Bitburg III
Saarburg-Pallien II Trier-Süd VII
Korlingen I Gusenburg III
Termine (A = A-Klasse, C = C-Klasse):
A 28.9.97 C 14.9.97
A 19.10.97 C 5.10.97
A 9.11.97 C 2.11.97
A 30.11.97 C 16.11.97
A 25.1.98 C 7.12.97
A 15.2.98 C 11.1.98
A 8.3.98 C 1.2.98
A 29.3.98 C 1.3.98
A 10.5.98 C 29.3.98
C 26.4.98
Vereinsturnier Kurzpartienturnier 1997
Am 11.9.97 fand nach längerer Unterbrechnung wieder das Turnier um den Titel und den Wanderpokal "Vereinsmeister Kurzpartien" statt.
Die Vorrunde fand in 2 Gruppen statt:
Gruppe 1:
1 2 3 4 Punkte Platz
1 Hans Feldges X 1 1 0 2 2
2 Helmut Wolgarten 0 X 1 0 1 3
3 Dietrich Kosmala 0 0 X 0 0 4
4 Gerd Densing 1 1 1 X 3 1
Gruppe 2:
1 2 3 Punkte Platz
1 Werner Baumgarten X 1 1 2 1
2 Lothar Schun 0 X 1 1 2
3 Ouan Schun 0 0 X 0 3
Im Halbfinale spielten dann die ersten Sieger einer Gruppe gegen die zweiten der anderen Gruppe:
Gerd Densing - Lothar Schun 0 - 1
Werner Baumgarten - Hans Feldges 1 - 0
In einem spannungsgeladenen Spiel konnte dann Lothar Schun gegen Werner Baumgartenb den Titel "Kurzpartienmeister 1997" erringen.
***
Endlich hat auch der Aufruf zur Mitarbeit an unser Vereinszeitung noch einmal Erfolg gehabt. Ausdruck dieses Erfolges ist der lesenswerte Beitrag von Schachfreund Sascha Regnery:
Schach und Philosophie
von Sascha Regnery
Rezension zu: Josef Seifert, Schachphilosophie. Ein Buch für Schachspieler, Philosophen und „normale“ Leute, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1989
Informiert man sich bei irgend einem Philosophen von Rang, was denn unter „Philosophie“ zu verstehen sei, findet man beispielsweise folgende Umschreibung: „Philosophie ist der vergebliche Versuch, einer Erkenntnis zur Geltung zu verhelfen, die nicht auf Hantierung hinausläuft, der Versuch, Wahrheit zu produzieren, die nicht nur keinem Zweck im handfesten Sinn, sondern nicht einmal der Ordnung und Verfügbarkeit erworbenen Wissens dient.“ Wenn man dann ein Buch aufschlägt, das den Begriff „Schachphilosophie“ im Titel führt, erwartet man einige Klärung, denn gerade der unmittelbare Bezug der denkerischen Anstrengung und der praktischen Ausführung aufeinander ist doch gewöhnlich ein Charakteristikum des Schachspiels. Jeder durchschnittliche Vereinsspieler wird den Unterschied zwischen sich und einem Großmeister wohl gerade darin sehen, daß der Großmeister eben nicht allzu viele Züge berechnet, die zu nichts, oder wenigstens nichts Gutem -im schachbezogenen Sinn- führen werden. Gerade das Kriterium der „Hantierung“, der „Ordnung“ und der „Verfügbarkeit erworbenen Wissens“ scheint also geeignet, die besonderen Fähigkeiten besonderer Schachspieler von denen weniger besonderer Spieler abzuheben. Gemäß der oben zitierten Umschreibung des Begriffs „Philosophie“ hat diese wohl nichts mit dem Schachspiel zu tun - allerdings bietet der Terminus der Vergeblichkeit die Möglichkeit, nicht eine Philosophie des Schachspiels, sondern eine Psychologie des Schachspielers zu konzipieren, die sich insbesondere mit Zeitnotspielen in ohnehin verlorenen Mannschaftswettkämpfen beschäftigen könnte. Sollte dies nicht eine Art Rezension sein, wäre ich an dieser Stelle eigentlich fertig, jedenfalls was den Rahmen einer Schachzeitung betrifft.
Nun gibt es aber dieses bereits 1989 erschienene Buch von Josef Seifert, einem Philosophieprofessor, der zum Erscheinungsdatum in Liechtenstein lehrte, und Hobbyschachspieler, das den Titel trägt: „Schachphilosophie. Ein Buch für Schachspieler, Philosophen und ‘normale’ Leute“. Dieses Buch schlummert also schon einige Jahre vor sich hin, und es wäre wahrscheinlich niemals zu dieser Rezension gekommen, wenn nicht der Rezensent in einer Bierlaune gegenüber dem Redakteur, Herausgeber, Verlagsleiter, etc. (hochwohlgeboren zu Lissendorf) dieser (hochgeschätzten) Schriftenreihe den Mund zu voll genommen hätte. Um also die Bereiche „Schach“ und „Philosophie“ einander anzunähern und dies in einer philosophischen Art, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten. Die eine ist, das Schachspiel mit seiner materialen Beschaffenheit, seinem Regelsystem usw. als faktischen Bestand anzunehmen und zu schauen, was daran denn philosophisch relevant sein könnte. Daraus ergeben sich vielfältige Varianten, die von der jeweiligen Konzeption des Begriffs „Philosophie“ abhängen. Da dieser Begriff prinzipiell unabschließbar, indefinit ist, weil der Begriff der Philosophie, also ihre Definition, selbst Gegenstand der Philosophie ist, ist die Anzahl der möglichen Konzeptionen infinit. Doch gerade diese Vorgehensweise, also die ständige Umkreisung, Reformulierung der drängendsten Fragen und ihre vorläufige Beantwortung, die darauf aus ist, das augenblickliche Problem so zu beantworten, daß ein Übergang zu den anhängenden Problemen erst möglich ist, ist die, mit der die Philosophie ihre Erkenntnisgewinne maximieren konnte.
Die zweite Möglichkeit ist eine historisierende, die auf den Bestand der Philosophiegeschichte zurückblickt und daraus eine Systematik entwickelt, die sich an den traditionellen Disziplinen orientiert. Eine solche Methode kann durchaus sinnvoll sein, um sich über die Genese von Problembeständen zu informieren, Gegenläufigkeiten zu erkennen oder eine Entwicklung der Philosophie z. B. hinsichtlich ihres Wissenschaftsstatus zu analysieren. Philosphiegeschichte ist also nicht nur notwendiges Handwerkszeug des akademischen Fachphilosophen, sondern bietet ganz eigene Möglichkeiten, Philosophie als Wissenschaft zu betreiben. Insbesondere bieten philosophiegeschichtliche Überblicksdarstellungen die vielleicht vorzüglichste Anleitung für Laien, das weite Feld der Philosophie zu betreten. Hinsichtlich des Untertitels sind also die Zielgruppen der Philosophen und ‘normalen’ Leute zu Recht genannt - bleibt die Frage nach den Schachspielern.
Das Buch orientiert sich in seiner klaren Kapitelgliederung an einigen Grundbegriffen und Hauptdisziplinen der Philosophie, die Kapitelüberschriften seien deshalb hier zitiert:
I. Von Eigenart und Faszinationskraft des Schachspiels
II. Welcher Art sind die Gesetze des Schachspiels?
III. Schach und Erkenntnis. Empiriche und apriorische Erkenntnisse
IV. Zu einer Ethik des Schachspiels
V. Schach, Kunst und Leben
VI. Schachspiel und Person.
Im einführenden Kapitel werden einige zum Thema hinführende Aspekte des Schachspiels erläutert, die aus verschiedenen Quellen zusammengetragen wurden, wobei ein Schwerpunkt auf dem Problem der Vermittlung zwischen Freiheit (der möglichen Züge) und Notwendigkeit (der regelgerechten, der sinnvollen Züge) liegt. In diesem Zusammenhang geht Seifert auch auf die dritte kantische Antinomie ein, dazu jedoch später noch einige Bemerkungen. Im ersten Hauptkapitel beschäftigt sich der Autor mit den verschiedenen im Schachspiel anzutreffenden Regel- und Gesetzesarten. Er unterscheidet konventionelle Regeln (die eigentlichen Schachregeln, die die Zugmöglichkeiten der einzelnen Figuren festlegen, usw.), allgemeine (z.B. mathematische) Gesetze, die auch für das Schachspiel Gültigkeit haben, notwendige Schachgesetze (Oppositions-, Quadratregel), Schachmaximen (Besetzung offener Linien durch Türme) und Faustregeln. Das nächste Hauptkapitel beschäftigt sich mit den Erkenntnisarten der oben angeführten Gesetze und Regeln und bringt meiner Meinung nach keine für das Schachspiel wesentlichen Aspekte, ist aber als Einführung in die Erkenntnistheorie durchaus lesenswert. Die klassische Unterscheidung zwischen empirischer und apriorischer Erkenntnis, wird ebenso thematisiert wie das Problem der Erkenntnis notwendiger Gesetze. Das nächste Kapitel (IV) beschäftigt sich dann mit den Tugenden die Schachspieler besitzen sollten (Klugheit, Umsicht, Aufmerksamkeit) und den gefährlichen Untugenden (Selbstsucht, Ehrgeiz, Stolz) und betrachtet diese als Material zur Begründung einer Quasi-Moral, denn diese Tugenden kommen einem Menschen ja nicht nur zu, insofern er Schachspieler ist, sondern die Bereiche des Lebens und des Spiels sind so eng verzahnt, daß eine wechselseitige Beeinflussung stattfindet. In Kapitel V behandelt Seifert das Schachspiel im Fokus der Kunst und kommt zu dem Ergebnis, daß in der Kunst „das Schachspiel seiner isolierten Rolle und eng begrenzten Eigensphäre enthoben und Bild und Gleichnis der Welt, ja Medium ihres ästhetisch werthaften ‘Erscheinens’“ (p. 111) wird. Damit ist der Übergang zur Thematisierung des analogischen Potentials des Schachspiels gemacht, das in Literatur, Kunst und Religion reichhaltigen Ausdruck findet. Wegweisend für aktuelle philosophische Bemühungen ist Seiferts Hinweis auf die Eigenart des Schachspiels „als Träger und Relat analoger Ähnlichkeiten und symbolischer Bedeutungen“ (p. 124). Im abschließenden Kapitel beschäftigt sich Seifert mit anthropologischen Aspekten, insbesondere im Hinblick auf das Bemühen um die Einheit des Personenbegriffs, und beschäftigt sich deswegen vornehmlich mit der Abwehr des sog. „Funktionalismus“, der komplexe Systeme (und ein solches ist auch das menschliche Bewußtsein) rein in Bezug auf ihre nichtphysikalischen, funktionalen Eigenschaften betrachtet und so u.a. den Menschen als Input-Output-System beschreibt und analysiert. Im Hintergrund stehen dabei natürlich auch Themen wie Künstliche Intelligenz, Robotik und der ganze Bereich der in der aktuellen Diskussion populär gewordenen kognitiven Wissenschaften. Der von Seifert geführte Beweis der Differenz zwischen menschlicher und maschineller Intelligenz beruht hierbei auf dem „Unterschied zwischen bewußt-personaler Intelligenz und deren bloßer Simulierung“ (p.130).
Insgesamt bietet das Buch eine gute Einführung in die philosophischen Aspekte des Schachspiels, jedoch wird auch klar erkennbar, daß das Schachspiel der philosophischen Beackerung enge Grenzen setzt, so daß einige der von Seifert angeführten Problemlagen reichlich konstruiert scheinen. Der Eindruck drängt sich auf, als ob die hauptsächlichen Themengebiete der Philosophie (Ontologie, Erkenntnistheorie, Ethik, Ästhetik, Anthropologie) unbedingt in Beziehung zum Schachspiel gesetzt werden sollten. Dies hat zur Folge, daß einzelne Passagen, so z.B. der Abschnitt über „Schach und Erkenntnis“, ebenso ohne jeden Schachbezug hätten geschrieben werden können. Wenn das Schachspiel, wie in diesem Fall, lediglich als Reservoir für veranschaulichende Beispiele fungiert, ist wenigstens ersichtlich, daß es hier eher um eine Einführung in die Erkenntnistheorie geht, als um eine Untersuchung, die die genuin philosophischen Aspekte des Schachspiels im Blick hat. Auch wenn Seifert explizit das Schachspiel zur Widerlegung philosophischer Theoreme gebraucht, verläßt er sein Terrain, um Probleme zu erläutern, die nur mittelbar mit dem Schachspiel zu tun haben. Im konkreten Fall geht es hier um die von Seifert angestrebte Überwindung der dritten kantischen Antinomie (p. 21ff).
In diesem Teilstück des kantischen Hauptwerks „Kritik der reinen Vernunft“ leitet Kant die sog. „reinen Vernunftbegriffe“ oder „transzendentalen Ideen“ aus der Form der Vernunftschlüsse ab. Grob vereinfachend sei gesagt, daß die Vernunft immer die Absicht hat, auf das Allgemeinere zu gehen. Die reinen Vernunftbegriffe gründen, so Kant, in der Natur der menschlichen Vernunft und sind notwendig, um die Einheit des Verstandes zu behaupten. Der Umstand, daß die menschliche Verstandeskapazität über sinnlich wahrnehmbare Dinge hinausreicht, zeigt an, daß diese Ideen die Grenzen des Verstandes bis ins Unbedingte hinaus verschieben. In diesem Bereich gibt es keine den Begriffen entsprechenden Dinge mehr, deshalb heißen diese Ideen „transzendental“, also über den Bereich des Gegenständlichen hinausreichend und ihn eigentlich erst konstituierend. Wird irrtümlich diesen Ideen ein Gegenstand zugeordnet oder unterstellt, so ist dies ein „Fehlschluß der reinen Vernunft“, es entsteht der „transzendentale Schein“. Ein Typus einer solchen Verwechslung, den, der sich auf die sog. rationale Kosmologie, also den Bereich der klassischen Metaphysik, der sich mit der Welt als ganzer befaßt, wird im Kapitel über die „Antinomie der reinen Vernunft“ thematisiert. Insgesamt werden vier Antinomien, also Gesetze, die Widersprüchliches behaupten, angeführt. Bei der von Seifert angesprochenen Antinomie handelt es sich um die dritte. Dort wird auf der einen Seite behauptet, daß die Erscheinungen nicht nur durch die Kausalität der Natur erklärt werden können, sondern daß es auch eine Kausalität der Freiheit gibt, auf der anderen Seite wird die Gegenthese behauptet, daß es nämlich keine Freiheit gibt und alles nach Naturnotwendigkeit geschieht. Dies heißt nicht, daß beide Sätze wahr sind, was sie ja nicht sein können. Der Fehler, der gemacht wird, ist, daß beide die Welt als gegebenes Ganzes, als Totalität, vorstellen, wohingegen sie gerade aus beliebig vielen wahrnehmbaren einzelnen Gegenständen besteht und nicht selbst einer ist. Das heißt, daß diese kosmologischen Ideen , wie die in den übrigen drei Antinomien angeführten auch, sog. „regulative Prinzipien“ sind, Prinzipien, oberste Sätze also, die den Gebrauch der Vernunft ansichtlich einer unendlichen Reihe von Erscheinungen regulieren. Erst durch die kosmologischen Ideen wird sichergestellt, daß die in der Welt vorkommenden Dinge in einer Ordnung oder Reihe vorgestellt werden können. Ohne sie gäbe es nur vereinzelte Gegenstände ohne jeden Bezug zueinander und erst mit ihnen wird Zusammenhang gestiftet, der letztlich die Regeln, oder, wie Kant sich ausdrückt, den „Leitfaden“ der Erforschung und Erkenntnis der gegenständlichen Welt garantiert. In Bezug auf die dritte Antinomie behauptet Seifert nun, und er führt dies als Argument zur Überwindung, bzw. Auflösung der Antinomie, also gegen Kant an, daß „Freiheit notwendig Naturgesetze voraussetzt“ (p. 23), daß der bei Kant angeführte Gegensatz überhaupt keiner sei, und das dies letztlich auf der von Kant begangenen Verwechslung zwischen kausalen, ursächlichen Gesetzen und dem Prinzip der Kausalität selbst beruhe. Das oben Gesagte reicht aber meiner Meinung nach aus, um dies als Fehldeutung Seiferts zu kennzeichnen, denn der Gegensatz zwischen Freiheit und Notwendigkeit, wie er bei Kant in der dritten Antinomie dargestellt wird, ist ja keine Konstruktion aus positiven, wahren Sätzen, sondern These und Gegenthese bezeichnen ja gerade zwei Perspektiven, zwei mögliche Standpunkte, die zusammengenommen erst die Rede von Freiheit und Notwendigkeit sinnvollerweise ermöglichen, denn durch sie wird ein einheitlicher Gegenstandsbereich als erkennbarer allererst konstituiert. Seifert bleibt also hier mit seiner Kritik einen (großen) Schritt hinter Kant zurück.
Rechtstip:
Wenn Jugendliche zu einem auswärtigen Turnier fahren
Aufsichtspflicht besser ernst nehmen
(S&F) Ein Sportverein nahm an einem auswärtigen Turnier teil und brachte seine jugendlichen Mitglieder dort in einer Gemeinschaftsunterkunft unter. Spätabends trafen sich mehrere Jugendliche, darunter ein 15jähriges Mädchen, auf einem Zimmer und tranken erhebliche Mengen Alkohol.
Im weiteren Verlauf der Nacht kletterte das Mädchen aus dem Fenster ihres Zimmers und stieg auf ein Vordach. Von dort stürzte sie auf eine gepflasterte Terrasse. Brüche an Kiefer, Zähnen und Handgelenk waren die schmerzlichen Folgen.
Das Mädchen verlangte deshalb von dem Sportverein Schadensersatz und Schmerzensgeld und warf ihm vor, entgegen der Zusage in der Einladung zu diesem Sportturnier nicht in erforderlichem Maße für Betreuung und Beaufsichtigung der jugendlichen Turnierteilnehmer gesorgt zu haben.
Das OLG Hamm verurteilte den Verein, dem Mädchen die Hälfte des Schadens zu ersetzen.
Nicht die Zusage einer Betreuung, sondern deren Umfang war zwischen den Parteien streitig. Der Umfang der gebotenen Aufsicht über Minderjährige bestimmt sich nach deren Alter, Eigenart und Charakter, nach der Vorhersehbarkeit des schädigenden Verhaltens sowie danach, was den Aufsichtspflichtigen in ihren jeweiligen Verhältnissen zugemutet werden kann.
Das gilt sowohl dann, wenn es darum geht, Schädigungen Dritter durch Jugendliche zu verhindern, wie auch dann, wenn Jugendliche vor den Folgen ihres eigenen unvernünftigen Verhaltens geschützt werden sollen.
Die Grenze des Erforderlichen und Zumutbaren richtet sich danach, was verständige Aufsichtspflichtige nach vernünftigen Anforderungen tun müssen, um Schädigungen des Minderjährigen oder Schädigungen Dritter durch den Minderjährigen abzuwenden.
Die für die Jugendlichen vorgesehene Betreuungsperson hatte die Unterkunft gegen 23.00 Uhr verlassen und war nach Hause gefahren. Die Jugendlichen waren danach also auf sich allein gestellt.
Eine ordnungsgemäße Betreuung hätte es aber erfordert, daß ein Betreuer die Nacht hindurch in der Unterkunft geblieben wäre, um durch Kontrollen alkoholischen Exzessen, wie sie dem Mädchen zum Verhängnis wurden, vorzubeugen. Das Alkoholverbot, das vor der Abfahrt zu dem Turnier mündlich erteilt worden war, reichte jedenfalls nicht aus.
Es ist eine bekannte Erfahrungstatsache, daß selbst besonnene und sonst unauffällige Jugendliche, frei von elterlicher Kontrolle, schon mal _über die Stränge schlagen".
Bei auswärtiger Unterbringung von Jugendgruppen haben die Betreuer deshalb durch geeignete und wirksame Maßnahmen dafür zu sorgen, daß es zu solchen Gelagen gar nicht erst kommt.
Dazu wären auch im weiteren Verlauf der Nacht noch gelegentliche Kontrollen erforderlich gewesen, jedenfalls solange, wie noch nicht allgemeine Ruhe eingekehrt war.
Derartige Kontrollen sind bei Sportveranstaltungen mit Gruppenunterbringung durchaus üblich.
Die mit der Organisation und Durchführung des Turnierbesuchs betrauten Vereinsmitglieder hätten für entsprechende Betreuung sorgen müssen.
Ihr Unterlassen mußte sich der Verein gemäß Pharagraph 831 BGB zurechnen lassen, da diese Personen als sogenannte Verrichtungsgehilfen für den Verein tätig wurden.
Das Mitverschulden des Mädchens bewertete das OLG Hamm mit 50 Prozent.
(Oberlandesgericht Hamm vom 21. 12. 1995 - 6 U 78/95)
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